Der Unterricht im jüdischen Profil 

Unsere jüdischen Fächer dienen der religiösen, kulturellen, historischen, literarischen und sprachlichen Herausbildung und Förderung einer fundierten und selbstbewussten jüdischen Identität in einem modernen europäischen Staat.

Die Teilnahme aller Schülerinnen und Schüler gleich welchen Bekenntnisses und gleich welcher Konfession am Unterricht in israelitischer Religionslehre gehört zum Selbstverständnis unseres Bildungs- und Erziehungsprogramms. Das Fach folgt dem bayerischen Lehrplan für israelitische Religionslehre, ist ein Vorrückungsfach und vermittelt ein komplexes Wissen über die jüdische Religion u.a. in Bezug auf jüdische religiöse Texte und Erzählungen aller Epochen, Feiertage, Wertvorstellungen, Rituale und Bräuche, jüdische Geistesgeschichte, das Verhältnis zu anderen Religionen und jüdische Philosophie.

Alle Schülerinnen und Schüler erlernen die hebräische Sprache sowohl rezeptiv als auch aktiv, je nach Ausgangswissen in verschiedenen Niveaustufen. Die Vermittlung des Hebräischen ist grundlegend für Schülerinnen und Schüler eines Jüdischen Gymnasiums insbesondere aufgrund der notwendigen Sprachkenntnisse für die Rezeption hebräischer Texte der jüdischen Religion wie dem Tanach oder dem Siddur. Zudem ist das moderne Hebräisch die in Israel meist gesprochene Sprache; ihr Erwerb ermöglicht deshalb in verstärktem Maße die Annäherung in der deutsch-israelischen Verständigung.

Das Fach Hebräisch wird in allen Jahrgangsstufen als Pflicht- jedoch nicht als Vorrückungsfach erteilt. Der Erwerb des Hebraicum ist in der Oberstufe vorgesehen.

Das Fach Jüdische Literatur und Geschichte versteht sich als judaistische Vertiefung der Fächer Deutsch und Geschichte und fokussiert in besonderem Maße auf Werke jüdischer Autorinnen und Autoren, jüdische Märchen und Sagen (Teil „Jüdische Literatur“) sowie die Geschichte des jüdischen Volkes (Teil „Jüdische Geschichte“). Die Schülerinnen und Schüler weiten hier ihren Blick für die Vielfalt von Erzähltraditionen, (historischen) Narrativen sowie Überschneidungs- und Differenzlinien und vertiefen ihr Wissen über die Ursprünge und Manifestationen jüdischer Kultur.

Das Fach wird in den Jahrgangsstufen 5-8 einstündig und im 14-tägigen Wechsel „Jüdische Geschichte/Jüdische Literatur“ als Pflicht – jedoch nicht als Vorrückungsfach erteilt. Eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Fachlehrerinnen und Fachlehrern der Fächer Deutsch und Geschichte garantiert ein fächerübergreifendes Arbeiten.

Ab Jahrgangsstufe 10 können die Schülerinnen und Schüler das Fach im zweistündigen Wahlpflichtbereich belegen.

Für den Wahlpflichtbereich ab Jahrgangsstufe 10 sind zudem Jiddisch, Talmudkunde und Jüdische Philosophie angedacht.

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