Rabban Jochanan sagte seinen Schülern: geht hinaus ins Leben und seht, welches der gute Weg ist, den der Mensch wählen soll.

(Pikej Awot – Sprüche der Väter 2,13)

Ähnlich den Jahresringen eines Baumes basiert unser Schulfahrtenkonzept auf der Idee der Erweiterung unseres Horizontes und der Vertiefung unseres jüdischen Selbstverständnisses mit dem Aufsteigen der Schuljahre.

Schulfahrten im Überblick

Neben Teamtagen, thematischen Klausurtagungen, eintägigen Schulausflügen und Wandertagen  dienen besonders mehrtägige Schulfahrten dem Erleben der Gemeinschaft und der Horizonterweiterung.

Fahrten in der Unterstufe (5-7)

Beim Schullandheimaufenthalt der 5. Jahrgangsstufe liegt ein Schwerpunkt auf dem Leben in der Gemeinschaft, dem Erlernen sozialer Handlungsweisen und der Erfahrung eines Alltagslebens im Rahmen jüdischer Tradition. So werden beim selbstständigen Zubereiten der Mahlzeiten die Kaschrut-Vorschriften eingehalten, die Segenssprüche vor und nach dem Essen werden ebenso gesprochen wie im Schulalltag. Im sozialen Miteinander lernen die Schülerinnen und Schüler, sich gegenseitig zu helfen. Jeder Einzelne erlebt sich als wesentlichen Teil des Ganzen und erfährt die anderen als zu respektierende Mitglieder der Gemeinschaft, in der jeder mit seinen Stärken und Schwächen einen Beitrag zum Gelingen eines wohlwollenden Miteinanders im Sinne der jüdischen Werte leisten kann.

Im Sportlandheim der 6. Jahrgangsstufe liegt der Schwerpunkt auf unterschiedlichen körperlichen Betätigungen. Je nach Jahreszeit und Angebot können hier von Wandern und Klettern über unterschiedliche Ballsportarten bis hin zu Zirkusartistik und Radfahren unterschiedliche Formen sportlicher Angebote im Mittelpunkt der Fahrt stehen.

In der 7. Jahrgangsstufe findet ein Austausch mit einer anderen jüdischen Schule bzw. eine Fahrt in eine andere jüdische Gemeinde innerhalb oder außerhalb Deutschlands statt. Im Sinne einer best-practice-Erfahrung können hier zum einen Konzepte anderer jüdischer Schulen erlebt werden, zum anderen dient der Austausch einer Netzwerkbildung mit Schülerinnen und Schülern jüdischer Schulen außerhalb von München.

Fahrten in der Mittelstufe (8-10)

In den 8. und 9. Jahrgangsstufen wird zur Vertiefung des Fremdspracherwerbs jeweils eine Fahrt nach Großbritannien (8) und nach Frankreich (9) durchgeführt. Im Sinne eines Austauschs mit Muttersprachlern werden unsere Schülerinnen und Schüler, sofern dies möglich ist, in jüdischen Gastfamilien untergebracht und besuchen mit diesen Austauschschülerinnen und -schülern deren jüdische Schule im Gastland. Sofern Interesse der Gastschulen besteht, werden die Gastschüler im Gegenzug an das Jüdische Gymnasium in München eingeladen. Der Austausch mit anderen jüdischen Gymnasien im In- und Ausland stellt zudem eine gewinnbringende Möglichkeit dar, sich über die Ausgestaltung des Schulalltags und mögliche pädagogische Weiterentwicklungen zu informieren. Bereits vorhandene Netzwerke werden vertieft, um realistische Schritte zu planen und auszugestalten.

In der 10. Jahrgangsstufe findet eine Fahrt nach Berlin statt, welche die politische Bildung in den Mittelpunkt stellt. Neben dem Besuch des Bundestages sowie anderer Institutionen des demokratischen Staates wird die historische Bedeutung der Hauptstadt beleuchtet und die Zeit des geteilten Deutschlands erfahrbar gemacht.

Fahrten in der Oberstufe (11-13)

Eine besondere Erfahrung bildet der Austausch mit Israel in der 11. Jahrgangsstufe. Nicht nur erleben die Schülerinnen und Schüler Israel als weltliches Bezugsland, etwa in Tel Aviv oder in einem Kibbuz, sondern sie erfahren auch die religiöse Atmosphäre des Landes, etwa in der heiligen Stadt Jerusalem. Einen wesentlichen Teil bildet neben der Erfahrung des Alltagslebens in Israel und der Möglichkeit, die hebräische Sprache unmittelbar in der Praxis zu erproben, auch die historische Bedeutung des Landes Israel, die Entstehungsgeschichte und die gegenwärtige Situation des Landes im Spannungsfeld internationaler Politik.

In der 12. Jahrgangsstufe findet die gemeinsame Seminarfahrt statt. Sie bietet zum einen die Möglichkeit, ein letztes Mal im Klassenverband Gemeinschaft zu erleben, zum anderen markiert sie den Startpunkt der letzten, intensiven Lernphase vor dem Abitur. Im Sinne der Selbstständigkeitserziehung planen, strukturieren und gestalten die Schülerinnen und Schüler diese Fahrt weitestgehend allein und erhalten auf diese Weise wertvolles Know-How für ihr zukünftiges Leben.

In der 13. Jahrgangsstufe bietet das Jüdische Gymnasium mehrtägige Klausurtagungen im Raum München zur gezielten Abiturvorbereitung an, die jeweils tageweise von unterschiedlichen Fachlehrerinnen und Fachlehrern begleitet werden. In intensiven Arbeits- und Lernsitzungen, welche teils von den Schülerinnen und Schülern selbst, teils von den Fachlehrerinnen und Fachlehrern gestaltet werden, können sich die Abiturienten intensiv auf die Prüfungen vorbereiten.

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